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Die Geschichte von Žnjan: Vom Fischerufer zu Splits Premier-Strand

Wie sich Žnjan von einem ruhigen Fischergebiet an Splits Ostküste zu einem modernen Strandziel für €45,77 Mio. entwickelte — von den Planungen 1998 bis zur Eröffnung 2025.

znjan-team Zuletzt aktualisiert 27. Februar 2026 5 Min. Lesezeit

Der Name

„Žnjan” (ungefähr ausgesprochen wie „SCHNI-an”) stammt aus dem altkroatischen/dalmatinischen Wortschatz. Die genaue Etymologie ist umstritten, aber man nimmt an, dass er von einem Begriff abgeleitet ist, der mit der Küstenlandschaft des Gebiets zusammenhängt. In Split spiegeln Ortsnamen oft Jahrhunderte dalmatinischer, venezianischer und kroatischer Sprachschichten wider.

Frühe Geschichte

Den größten Teil seiner Geschichte war das Gebiet von Žnjan ein ruhiger Küstenstreifen auf Splits südöstlicher Halbinsel. Während sich die Altstadt (Diokletianpalast, erbaut um 305 n. Chr.) auf der westlichen Seite entwickelte, blieb die östliche Küste ländlich — genutzt für Fischerei, Landwirtschaft und Viehwirtschaft.

Das Kiesufer wurde von lokalen Fischern und im Sommer von Familien aus den umliegenden Stadtvierteln genutzt, die zum Schwimmen kamen. Es gab keine formelle Infrastruktur — keine Promenade, keine Einrichtungen, nur Küste.

Die jugoslawische Ära (1945–1991)

Während der sozialistischen Periode expandierte Split rasch nach Osten. Das Stadtviertel Žnjan entwickelte sich als Wohngebiet mit Wohnblöcken, die typisch für die jugoslawische Stadtplanung waren. Der Strand selbst blieb im Vergleich zu Bačvice weitgehend unerschlossen, das als Splits „Stadtstrand” aufgrund seiner zentralen Lage und seines Sandstrandes mehr Aufmerksamkeit erhielt.

Dennoch erwarb sich Žnjan bei den Einheimischen einen Ruf als längere, geräumigere Alternative zu den kleineren Stadtstränden. Familien brachten ihre eigene Ausrüstung mit und verbrachten den Tag am Kiesufer.

Die 1990er–2000er Jahre: Informelle Entwicklung

Nach der kroatischen Unabhängigkeit (1991) erlebte das Strandgebiet eine informelle kommerzielle Entwicklung:

  • Kleine Strandbars und Cafés entstanden entlang des Ufers
  • Wassersportanbieter richteten Verleihbetriebe ein
  • Das Parken wurde chaotisch, als das Gebiet populärer wurde
  • Die Infrastruktur hinkte hinterher — begrenzte Toiletten, Duschen oder ordentliche Wege

Anfang der 2000er Jahre war Žnjan gemessen an der Besucherzahl Splits meistbesuchter Strand, aber seine Einrichtungen entsprachen nicht seiner Beliebtheit. Der Kontrast zwischen der schönen Küste und dem Mangel an Infrastruktur wurde zu einem Dauerthema in der Lokalpolitik.

Die Konzession & Planung (1998–2020er Jahre)

Die Idee einer Transformation des Žnjan reicht weiter zurück, als den meisten bewusst ist. Die Projektanfänge gehen auf das Jahr 1998 zurück, doch es dauerte Jahrzehnte, den politischen Willen und die Finanzierung zusammenzubringen.

Wichtige Meilensteine der Planungsphase:

  • 1998: Erste formelle Pläne für eine umfassende Stranderneuerung am Žnjan
  • 2014: Die Stadt Split gründet Spalatum D.M.C. d.o.o. (ein stadteigenes Tourismusunternehmen), 2021 umbenannt in Žnjan d.o.o.
  • 2017: Ein internationaler Architekturwettbewerb für die Gestaltung des Žnjanski Plato wird ausgerichtet
  • Februar 2018: Architekt Ante Kuzmanić gewinnt den Wettbewerb — sein Entwurf setzte auf öffentlichen Raum, grüne Infrastruktur und mediterrane Identität
  • November 2022: Žnjan d.o.o. unterzeichnet eine 40-jährige Konzession mit der kroatischen Regierung für den gesamten Strandkomplex
  • Umweltverträglichkeitsprüfungen und Abstimmung mit EU-Infrastrukturstandards

Die Vision: Žnjan in einen erstklassigen Stadtstrand zu verwandeln und dabei den öffentlichen Zugang und den dalmatinischen Charakter der Küste zu bewahren.

Die 45,77-Millionen-Euro-Transformation (2024–2025)

Die Renovierung — offiziell als Projekt Žnjanski Plato bezeichnet — war eine der größten öffentlichen Strandinvestitionen in der kroatischen Geschichte. Finanziert durch eine Investition von 45,77 Millionen Euro, darunter 13,94 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (78,49 % der förderfähigen Kosten von 17,76 Mio. € im Rahmen des ITU-Programms 2021–2027).

Zeitplan

DatumMeilenstein
Januar 2024Baugenehmigungen abgeschlossen
2. Februar 2024Offizieller Baubeginn (Zeremonie mit Bürgermeister Ivica Puljak)
Sommer 2024Barrierefreier Strand öffnet vorzeitig — erster Teil des Komplexes
Ende 2024Betonarbeiten abgeschlossen; Montage der Amphitheater-Kuppel beginnt
Dezember 2024FINA-Auktion für 11 Pavillonpachtverträge
30. Januar 2025Pachtverträge unterzeichnet (10-Jahres-Laufzeit)
Anfang 2025Stahlkuppel des Amphitheaters fertiggestellt
März 2025Gartenbauarbeiten abgeschlossen
21. Juni 2025Feierliche Eröffnung (erster Sommertag)

Beteiligte Parteien

  • Architekt: Ante Kuzmanić (Wettbewerbssieger 2018)
  • Generalunternehmer: Lavčević d.d. + Lavčević-inženjering d.o.o. (Split)
  • Bauaufsicht: Geoprojekt d.d. + Sedra Consulting d.o.o.
  • Betreibergesellschaft: Žnjan d.o.o. (Geschäftsführer: Marijan Ciprijan)

Infrastruktur

ElementDetails
Gesamte Konzessionsfläche218.322 m² (Meer: 95.176 + Land: 123.146)
PromenadeÜber 2 km neu gestaltet, getrennte Fußgänger- und Radwege
Pavillongebäude11 neue Gebäude (3 Restaurants, 6 Bistros/Cafés, 1 Minimarkt, 1 Kiosk)
Tiefgarage530 Parkplätze (2 Ebenen)
Außenparkplätze451 Stellplätze
AmphitheaterFreiluftveranstaltungsort mit markanter Stahlkuppel
Landschaftsgestaltung~730 Bäume/Palmen, 12.815 heimische Sträucher, ~48.000 m² Grünfläche
Skatepark~1.200 m²
Spielplatz~600 m²
VersorgungVollständige Wasser-, Abwasser-, Strom- und Glasfaserinfrastruktur

Designphilosophie

Ante Kuzmaniće Entwurf setzte auf öffentlichen Raum, grüne Infrastruktur und mediterrane Identität. Die Pavillongebäude wurden architektonisch einheitlich gestaltet — im modernen mediterranen Stil, der die Küste ergänzt, anstatt sie zu dominieren. Die Gebäude sind niedrig, verwenden natürliche Materialien und bewahren die Sichtlinien zum Meer von der Promenade aus.

Öffentlicher Zugang

Ein Schlüsselprinzip der Renovierung: Der Strand bleibt frei und öffentlich. Die Pavillonbetriebe arbeiten mit 10-Jahres-Pachtverträgen, die durch eine transparente FINA-Auktion (Dezember 2024) vergeben wurden und 2,8 Millionen Euro jährliche Pachteinnahmen für die Stadt generieren. Der Strand selbst, die Promenade und alle öffentlichen Einrichtungen stehen allen ohne Gebühr offen.

Das „Miami von Split”

Die Transformation brachte Žnjan den Spitznamen „Miami von Split” in kroatischen und internationalen Medien ein. Der Vergleich — schmeichelhaft, aber treffend — bezieht sich auf die Strandclub-Kultur, die beleuchtete Promenade und das gehobene Flair der neuen Pavillonlokale.

Der Name blieb haften, weil sich Žnjan tatsächlich von einem unterentwickelten Kiesstrand in ein modernes, gestaltetes Strandziel verwandelte. Das Ausmaß der Veränderung war dramatisch — Besucher, die den alten Žnjan kannten, erkennen den neuen kaum wieder.

Die feierliche Eröffnung: 21. Juni 2025

Am Samstag, dem 21. Juni 2025 — dem ersten Sommertag — enthüllte Split offiziell den wiedergeborenen Strand Žnjan. Bürgermeister Tomislav Šuta erklärte: „Wir haben einen Ort gewonnen, der mehr als nur ein Strand ist. Er ist ein Treffpunkt für die Bürger, um verschiedene Veranstaltungen, kulturelle Aktivitäten und Sportprogramme zu genießen, die für Split von entscheidender Bedeutung sind.”

An der Zeremonie nahmen Minister Tonči Glavina, Parlamentsabgeordnete und städtische Amtsträger teil. Das Unterhaltungsprogramm umfasste Auftritte von TBF, Ante Gelo mit Orchester, Zorica Kondža, Albina, Goran Karan und Tajči sowie zeitgenössischen Tanz, Akrobatik, eine Drohnen-Lichtshow und ein Feuerwerk — moderiert von Iva Šulentić und Tarik Filipović.

Der Eröffnungsslogan brachte den lokalen Stolz auf den Punkt: „Pored našeg Žnjana, ča će nam Copacabana” („Neben unserem Žnjan, wer braucht Copacabana”).

Die erste Saison (Sommer 2025) war ein Erfolg und etablierte Žnjan als Splits erstklassiges Strandziel.

Das Stadtviertel heute

Žnjan ist nicht mehr nur ein Strand — es ist zu einem der begehrtesten Wohnviertel Splits geworden:

  • Moderne Wohngebäude neben älteren Wohnblöcken
  • Wachsender Gastgewerbesektor (neue Hotels, darunter das kommende Mövenpick)
  • Ausgezeichnete Verkehrsanbindung (Buslinien 8 und 15 ins Stadtzentrum)
  • Supermärkte, Apotheken und Dienstleistungen in Gehweite
  • Ein Stadtviertel, das Strandleben mit urbanem Komfort verbindet

Was kommt als Nächstes?

Das Gebiet von Žnjan entwickelt sich weiter:

  • Mövenpick Hotel Žnjan — Kroatiens erstes Mövenpick-Haus, Eröffnung 2026 mit Dachterrassen-Infinity-Pool und 156 Zimmern
  • Aquapark — Eine öffentliche Ausschreibung für eine Aquapark-Konzession innerhalb des Strandkomplexes wurde veröffentlicht
  • Tauch- & Windsurfingclubs — Separate Konzessionsausschreibungen für eigene Wassersportanlagen
  • Touristische Arztpraxis — Eine Einrichtung von 36,57 m², die von Juni bis September betrieben wird
  • Kulturprogramm — Der Veranstaltungskalender des Amphitheaters wird jede Saison erweitert
  • Reifung der Bepflanzung — Die 730 neu gepflanzten Bäume werden in den kommenden Jahren zu voller Größe heranwachsen

Die Geschichte Žnjans ist die eines Stadtviertels, das sein Potenzial einholt. Die Küste war immer wunderschön — jetzt entspricht die Infrastruktur dem.